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Die Nutzung von Regenwasser für Sanitäranlagen

by Bernie ·

Im Durchschnitt verbrauchen wir täglich etwa 127 Liter Trinkwasser, wobei ganze 40 Liter nur für die Spülung der Toilette genutzt werden. Hochgerechnet auf das Jahr ergibt sich so ein Verbrauch von beinahe 15.000 Litern, was aufgrund der regelmäßig steigenden Preise für Trink- und Abwasser auch zur Entwicklung von Alternativen geführt hat. Eine davon ist die Nutzung von Regenwasser für Sanitäranlagen.


Prinzipiell funktioniert eine solche Anlage wie die meist zur Gartenbewässerung genutzte Regentonne, jedoch wesentlich moderner. Je nach Standort und Platzangebot gibt es zwei verschiedene Einbaumethoden, wobei sowohl innerhalb des Hauses als auch beim unterirdischen Einbau eine Zisterne, die das vom Dach abfließende Regenwasser filtert und in einen Speicher leitet, zum Einsatz kommt. Da die Menge des gesammelten Niederschlags nur schwer vorausgesagt werden kann, braucht die Zisterne zudem einen Überlaufschutz. Hier genügt jedoch eine Versickungsmulde oder ein einfacher Anschluss an den Kanal. Über eine Pumpe wird das Regenwasser in das Hauswasserwerk eingespeist, wo es über ein Rohrsystem an die Verbraucher verteilt wird. In der Regel gehört zu diesem auch die Füllstandserfassung, damit – falls der Speicher leer ist – automatisch auf die konventionelle Wasserversorgung umgeschaltet werden kann.

Ein wichtiges Element bei der Nutzung von Regenwasser für Sanitäranlagen ist die Berechnung des Wasserspeichers, denn ein unterdimensionierter Speicher führt zu ungenügenden Deckungsraten (Auslastung des Bedarfs), während bei überdimensionierten Zisternen das Wasser lange “steht” und sich trotz Filterung Keime bilden können. Geht man von einer Dachfläche von 100 Quadratmetern und einer jährlichen Niederschlagserwartung von 600 bis 800 Litern pro Kubikmeter aus, würde eine Zisterne mit 2,8 Kubikmetern (2800 Liter) bei einem Vier-Personen-Haushalt eine Deckungsrate von 134,4% erreichen. Der komplette Bedarf ist also abgedeckt. Leider reicht das Platzangebot zwar nicht immer für die Optimalgröße der Zisterne, häufig erreicht man jedoch selbst in Gebieten mit wenig Niederschlägen eine Deckungsrate von mehr als 80%.

Im Regelfall liegen die Kosten des Einbaus einer solchen Anlage zwischen 3000 und 4000 Euro inklusive Montage. Selbst Hand anlegen sollte man jedoch in keinem Fall, sondern lieber einen Fachmann für Sanitäranlagen beauftragen (im Branchenbuch ja ganz leicht zu finden). Geht man vom oben erwähnten Durchschnittsverbrauch von 15.000 Litern pro Jahr aus würde dies eine Kostenersparnis von 80,08 EUR pro Jahr bedeuten. Nach etwas mehr als drei Jahren hätte sich die Anlage bereits amortisiert. Da man jedoch davon ausgehen kann, dass die Preise für Trink- und Abwasser auch in den nächsten Jahren noch steigen, werden solche Anlagen vor allem für Neubauer und bei geplanten Sanierungen immer attraktiver, wobei der Faktor für die Umwelt hier komplett außen vor gelassen wurde. Immerhin wird durch die Toilettenspülung ein nicht unerheblicher Teil des guten Trinkwassers “verschwendet”.


One Response to “Die Nutzung von Regenwasser für Sanitäranlagen”

  1. wf Says:

    Das bedarf aber eines sicheren Platzes auf dem Dach, sonst machen die Pumpkosten die zumindest ersten Gewinne wieder wett …

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