01.6
11

Es schimmelt!!

by Bernie ·

Jetzt habe ich mich schon lange nicht mehr gemeldet, nicht, weil nichts passiert ist, sondern weil ich zu beschäftigt mit dem Haus war und bin. Ein Rohbau, vor allem im Winter ist sehr zeitintensiv, eigentlich kann man kaum einer geregelten Arbeit nebenher nachgehen oder kleine Kinder haben. Mittlerweile fahren wir abwechselnd mindestens viermal zur Baustelle, um zu heizen, zu lüften und den Trockner auszulehren. Und trotzdem ist er da, der Schimmel.


Leise schlich er sich in unser Haus, um sich dann schnell und explosionsartig zu verbreiten.
Nun aber von vorne. Als letztes schrieb ich über Verputz und Estrich. Vor allem mit dem Estrich kam die große Feuchtigkeit. Am Anfang durfte man ja nicht einmal lüften. Dann kam auch noch vor dem Estrich der frühe Kälteeinbruch. Der Verputzer gab uns noch zwischen Tür und Angel mit auf den Weg, ja zu heizen, 5-8 Grad sollte es mindestens im Haus haben, da sonst der Verputz reißen würde. Also haben wir uns schnell einen Baulüfter besorgt, wie viele andere Bauherren auch, die mit Gas waren schon weg. Also den mit Strom, Baustrom kostet ja nichts. Die Miete für das Gerät kostete 15 Euro pro Tag. Man gönnt sich ja sonst nichts. Mit dem Heizen stieg die Feuchtigkeit im Haus noch einmal an. Mit dem Lüften kam man gar nicht hinterher. Dann kamen kleine Flecken an der Innenseite der Holzplatten unter dem Dach. Den Bauleiter darauf angesprochen, meinte dieser, das würden Stockflecken sein, nicht so schlimm. Der Mann hat Nerven. Vorsichtshalber rief ich doch mal bei unserem Bauunternehmer an. Dieser riet mir einen Bautrockner zu kaufen, um die Feuchtigkeit herauszuziehen. Diesen bräuchte man später auch, da das Haus noch länger feucht wäre und somit sei der Kauf eine Investition für die Zukunft. Wieder 250 Euro plus Stromkosten. Dieses Gerät hat ein Fassungsvermögen von 5 Liter und schaltet sich, wenn es voll ist, automatisch ab. Ab da mussten wir nicht nur mehrmals lüften, sondern auch den Trockner mehrmals entleeren. Die Stockflecken breiteten sich rasant aus, die Decken waren pitschnass. Zwischenzeitlich wurde die Luftwärmepumpe in Betrieb genommen, da sie sonst durch die Kälte kaputt gegangen wäre. Nun konnten wir wenigstens die Bauheizung abschalten. Im Haus war immer noch zu viel Feuchtigkeit vorhanden und aus den Stockflecken wurden Schimmelflecken, die sich rasch ausbreiteten (siehe Fotos). Also haben wir ein weiteres Trocknungsgerät gemietet, 10 Euro pro Tag. Wahrscheinlich bräuchte man 10 davon. Keiner hat uns darüber informiert, wirklich keiner. Das Architekturbüro, inklusive alle Bauleiter sind im Urlaub. Weder telefonisch, noch per Mail kann man jemand erreichen. Auch Internetrecherchen helfen wenig, außer dass man danach weiß, dass man nicht alleine ist. Da ist er also, unser erster Bauschaden und dann auch noch Schimmel. Über die Ursachen können wir nur spekulieren. Nach unserem Verständnis ist es ein Planungs- und Koordinationsfehler des Bauleiters, da nach Information des Dachdeckers gleich die Dampfsperre und die Dämmung auf die Platten gehört hätten. Ist das die erste Baustelle unseres Bauleiters? Ich werde ihn fragen, wenn er vom Urlaub zurückkommt, ihn und seinen Chef Herrn A. Derweil schimmelt es munter weiter. Eins weiß ich aber, zeigen sie sich nicht kooperativ, schalte ich einen Bausachverständigen ein, der sich dann mit ihnen auseinandersetzen kann. Auf das Geld kommt es auch schon nicht mehr drauf an. Vor dem Öffnen der Baustromrechnung müssen wir so und so erst mal ein paar Gläser trinken. Wie es weitergeht in Kürze, ich halte euch über Ursache des Schimmelns, der Schuldfrage und der Behebung auf dem Laufenden.

Bild oben: Schimmelflecken an den Holzfaserplatten in einem Kinderzimmer.


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