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Thermostate und Fußbodenheizung: Pro und Contra

by Bernie ·

Aufgrund zahlreicher Diskussionen mit anderen Hausbesitzern im Hinblick auf den Einbau und den Sinn von Thermostaten bei Betrieb einer Fußbodenheizung, finde ich es sinnvoll einen eigenen Artikel über dieses Thema zu schreiben. Vorneweg muss ich zugeben, dass wir uns die Thermostate aus Kostengründen gespart haben. Und mittlerweile bin ich sehr froh darüber.


Was ist ein Thermostat: Ein Thermostat regelt die Temperatur. Häufig wird heutzutage in jedem Raum ein Thermostat eingebaut. Über einen integrierten Temperaturfühler wird die tatsächliche Raumtemperatur (Istwert) mit der am Thermostat eingestellten Temperatur (Sollwert) verglichen. Liegt der Istwert unter dem Sollwert wird die Wärmezufuhr über ein elektronisch geregeltes Ventil erhöht.
Ein Thermostat ist also eine tolle Sache, da es sehr komfortabel ist wenn man manuell nichts an der Heizung verstellen muss. Noch dazu vermeidet man unter Umständen eine Überheizung der Räume. Jetzt kommt das große ABER: Eine Fußbodenheizung ist träge – es dauert ein paar Stündchen bis die Wärme im Zimmer spürbar wird – und in unserem Fall sind die Räume, in denen sich das Leben abspielt, nach Süden ausgerichtet und haben große Fenster. Angenommen an einem bewölkten, kalten Wintertag entspricht in einem Raum der Sollwert nicht dem Istwert. Die Raumtemperatur ist also zu niedrig und über das Thermostat wird die Wärmezufuhr erhöht. Bis die Erhöhung der Temperatur spürbar wird vergeht die ganze Nacht. Der nächste Tag ist allerdings sehr sonnig und durch die Fenster erwärmt sich der Raum zu einem gewissen Teil ebenfalls mit kostenloser Sonnenenergie. Die erhöhte Wärmezufuhr über die Fussbodenheizung kommt jetzt aber auch zum tragen und jetzt ist es zu warm. Noch dazu hat man unnötig Energie verbraucht. Zu kalt sollte es ein einem Raum natürlich auch nicht sein. Wir hatten ja einen Holzofen einbauen lassen. Mit diesem lassen sich kurzfristige Temperaturschwankungen ganz gut ausgleichen, da der Ofen die Wärme sofort abgibt. Das setzt natürlich eine entsprechende Bauweise des Hauses voraus. Dass heißt, die Wärme des Holzofens muss auch in dem Zimmer ankommen, in dem es zu kalt ist. In unserem Fall steht der Ofen im EG und die Wärme kann aufgrund der „offenen“ Bauweise in alle Räume gelangen. Die Ventile der Fussbodenheizung hatte ich letzten Winter manuell leicht aufgedreht, damit die Räume nicht auskühlen. An sehr kalten Tagen wurde der Holzofen angeschürt und in sonnigen Perioden wiederum nicht. Durch den Vergleich der verbrauchten Energiemenge unseres Hauses mit der vergleichbarer Häuser, die ebenfalls eine Luftwärmepumpe zum Heizen verwenden und in die zum Teil Thermostate verbaut sind, wird deutlich, dass in unserem Fall Thermostate überhaupt keinen Sinn machen, da sie zu einem erhöhten Energieverbrauch (Zum Teil ein Drittel mehr!!) der Wärmepumpe führen. Die Kosten für das benötigte Holz waren bei uns im Vergleich zu den Mehrkosten an Strom bei dem Betrieb von Thermostaten wirklich vernachlässigbar.
Wie Eingangs schon erwähnt bin ich deshalb nachträglich wirklich froh, dass wie keine Thermostate haben einbauen lassen. Eine entsprechende Konzeption des Hauses (zum Beisiel: vorwiegend bewohnte Zimmer nach Süden, große Fenster, „offene Bausweise, Einbau eines Holzofens) vorausgesetzt kann man sich das Geld für Thermostate sparen und zum Beispiel in einen Holzofen investieren.


2 Responses to “Thermostate und Fußbodenheizung: Pro und Contra”

  1. Chuck E. Jennings Says:

    Aus dem Zustand jetzt heraus brauchst Du eigentlich über die Regelung noch gar nicht nachdenken. Deine Heizung gehört erstmal grundsätzlich eingestellt, wie dondiak bereits sagte.Ich hoffe Du hast Dir die ursprünglichen Werte der Heizkreise aufgeschrieben. Falls nicht, dann muss Dir erstmal wieder jemand einen Abgleich machen. Alternativ, sofern vorhanden, sollten die Soll-Durchflussmengen auch in der Heizlastenberechnung stehen.Du wirst auch nicht umhin kommen Dich mit der Heizung intensiver zu befassen. Sonst erreichst Du nie einen guten Heizkomfort. Auch kann Dir das niemand gut einstellen. Dazu sind Versuche über Tage und Wochen nötig. Das kann kein Installateur leisten. Der kann nur einen gewissen Standard einstellen, der mit Sicherheit nicht ideal ist.Das nächste wäre alle Heizkreise voll auf zu machen. Keine Regelung.Vermutlich wird es dann sehr schnell viel zu warm werden.Danach ist die Heizkurve so weit herunter zu regeln, bis sich bei komplett offenen Heizkreisen in etwa die Zieltemperatur einstellt.Sollten sich im Haus deutlich unterschiedliche Temperaturen ergeben, so ist der hydraulische Abgleich fürn Popo.Ziel sollte sein, die Heizkurve so weit abzusenken, das sich immer von selbst die Zieltemperatur einstellt.Die Raumthermostate haben am Ende nur noch die Aufgabe Fremdwärmequellen (Sonneneinstrahlung, Backofen usw.) auszuregeln.So viel mal zum groben Ablauf.Eine Menge Infos zum Thema findest Du z.B. hier: http://bau-in-mv.de/phpBB2/viewtopic.ph … sc&start=0 Dort geht es zwar um Scanhäuser, aber die Grundlagen sind allgemein gültig. Ab etwa Seite 7 habe ich einiges zum Thema geschrieben.

  2. Mayra Carver Says:

    Wir haben jetzt seit Spätsommer/ Frühherbst programmierbare Heizthermostate und es ist echt genial. Wir können für verschiedene Tage unterschiedliche Programme einspeichern und haben uns noch einen Heizregler für die Wand (in diversen Zimmern) dazugekauft, auf den sich mehrere Heizkörper eines Raumes programmieren lassen. Was auch klasse ist, wir sehen jetzt immer die Luftfeuchtigkeit und ich kann dementsprechend lüften. Haben Musikinstrumente, die höchstens 55% Luftfeuchtigkeit haben sollten. Außerdem für ein Zimmer ne Fernbedienung. Würde ich aber im Nachhinein sagen, ist unnötig!! Fenstererkennung klappt wunderbar. Da erscheint dann immer ein Fenstersymbol und wir können eine Temperatur einstellen die bei offenen Fenster dann läuft, in unserem Fall 5 Grad. Ich hab sonst abends im Wohnzimmer die Heizung immer hochgedreht als ob´s kein Morgen gibt und nun heiz ich im Wohnzimmer immer zwischen 19 – 21 Grad. Wir werden auf jeden Fall sparen. (Haben zudem noch ne niegelnagelneue Heizanlage). Was ich auch bemerke: Immer wenn ich es im Zimmer irgendwie zu klamm/ ungemütlich finde, liegt es meist nicht an der fehlenden Wärme, sondern daran, dass es im Zimmer einfach zu feucht bist. Bsp.weise, wenn ich Wäsche im Wohnzimmer trockne. Dann lüfte ich kurz durch, und fühle mich wieder wohl. Merke auch, dass meine Haut nicht so trocken ist wie z. B. letztes Jahr. Batterieverbrauch haben wir nen ganz niedrigen, kann dir jetzt gerade aber keine Daten sagen. Preis Firma kann ich dir leider nicht sagen, da wir die ganz günstig über die Firma meines Mannes bekommen haben und die damit handeln (Wiederverkäufer) und bei Personaleinkäufen ist da so ne Stillschweigeklausel drin. Mit den bekannten Marken liegst du sicherlich nicht falsch. Billig”kruscht” würde ich nicht kaufen.

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